
Wir neigen dazu, bestimmte Verhaltensgewohnheiten lieber und häufiger einzusetzen, als andere. Verhaltensweisen, die aus den inneren Antreibern resultieren, werden oft als positive Eigenschaften in Begegnungen wahrgenommen.
Innere Antreiber sind unbewusste, oft frühkindlich erlernte Überzeugungen, die unser Verhalten steuern und uns dazu motivieren, bestimmte Verhaltensweisen zu zeigen. Obwohl sie uns antreiben und helfen können, Ziele zu erreichen, können sie bei starker Ausprägung zu Stress, Überlastung und Burnout führen.
Fünf klassische Antreiber sind
Sei perfekt: Der Anspruch, alles makellos zu machen.
Sei gefällig: Das Bedürfnis, es allen recht zu machen und freundlich zu sein.
Streng dich an: Die Überzeugung, dass harte Arbeit notwendig ist, um etwas Wertvolles zu erreichen.
Mach schnell: Der Drang, alles zügig zu erledigen, oft verbunden mit der Angst, etwas zu verpassen.
Sei stark: Die Notwendigkeit, keine Schwäche zu zeigen und alle Schwierigkeiten allein zu meistern.
Diese Antreiber repräsentieren positive Eigenschaften, wie
Genauigkeit und Fehlerlosigkeit (Sei perfekt!)
Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit (Sei anderen gefällig!)
Gründlichkeit und Durchhaltevermögen (Streng dich an!)
Schnelligkeit und die Fähigkeit, Chancen zu nutzen (Beeil dich!)
Stärke und Unabhängigkeit (Sei stark!)
Je nachdem wie stark der Antreiber bei dir ausgeprägt ist, kannst du nicht mehr wählen, ob du beispielsweise etwas perfekt machen oder ob du freundlich sein möchtest. Du wirst quasi von deinem Antreiber dazu gezwungen.
So kannst du mit Antreibern umgehen, die dich blockieren
Bewusstwerdung: Erkenne, wann diese Antreiber in dir aktiv sind.
"Inneren Erlauber" stärken: Erlaube dir, auch anders zu handeln, anstatt dich stur an den Antreiber zu halten.
Prioritäten setzen: Konzentriere dich auf das Wesentliche und lerne, auch mal Nein zu sagen.
Pausen machen: Gönne dir regelmäßige Pausen und vermeide Multitasking.
Entscheidungen überdenken: Frage dich zuerst, ob du das wirklich möchtest, bevor du etwas zustimmst.
Führung bedeutet, die eigenen Antreiber zu kennen – und bewusst mit ihnen umzugehen.
Welche inneren Antreiber hast du bei dir entdeckt? In welchen Situationen treten sie besonders stark auf und blockieren dein Verhalten?