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Das Tückische an unklaren Rollen: Sie entstehen selten durch laute Konflikte. Sie schleichen sich ein. Eine kleine Zusatzaufgabe hier. Eine implizite Erwartung dort. Eine Annahme, die niemand ausspricht, weil sie scheinbar selbstverständlich ist.

Rollenklarheit beginnt nicht in einem Organigramm. Sie beginnt bei dir – mit dem ehrlichen Blick auf das, was du heute wirklich tust. Und auf das, was du dabei längst stillschweigend mit übernommen hast.

Unklare Rollen und unausgesprochene Erwartungen gehören weltweit zu den größten Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz – über alle Hierarchien hinweg. Nicht zu viel Arbeit ist das Problem. Sondern zu viele Erwartungen gleichzeitig, ohne klare Linien zwischen ihnen.


Die gute Nachricht: Mit vier Fragen, die du nur für dich beantworten musst. Niemand sonst muss sie lesen. Aber für dich verändern sie etwas.


1. Was wird von mir erwartet – und woher weiß ich das?

Schreibe drei zentrale Erwartungen auf, die du gerade an dich gerichtet wahrnimmst. Und dann frag dich: Wurden sie dir tatsächlich gesagt? Oder nimmst du sie nur an?

2. Was erwarte ich von mir selbst?

Vergleiche deine innere Latte mit Frage 1. Du wirst überrascht sein, wie oft die strengste Erwartung die eigene ist.

3. Was nehme ich stillschweigend an – aber ist nirgends vereinbart?

Das ist dein persönlicher psychologischer Vertrag. Sichtbar wird er meist erst dann, wenn er gebrochen wird.

4. Was erwarte ich von anderen – und habe ich es ihnen je gesagt?

Diese Frage dreht die Perspektive um. Sie ist oft die unbequemste – und die wirkungsvollste.


Wenn dich diese vier Fragen berührt haben und du tiefer gehen willst: Ich habe für dich ein ausführlicheres Reflexionsblatt „Rollenklarheit" zusammengestellt. Es nimmt dich über das Erwartungs-Quartett hinaus mit – in Themen wie dein Selbstbild, deine Art zu arbeiten, deinen Umgang mit Herausforderungen und die Vision, die du in dir trägst. Ideal für einen ruhigen Halbjahres-Moment mit Stift und Notizbuch.



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